Sonntag, 3. Mai 2009

klicky bibel

der pastor markus bomhard kämpft weiter gegen playmobil. seine modifizierten playmobil figuren erfreuen sich höchster beliebtheit in christlichen kreisen. was als hobby begann und in verständnisvoller absprache mit dem konzern gebilligt wurde, ist zum selbstläufer geworden und nun klagt playmobil darüber, dass urheberrechte und namenspatente verletzt werden. aus der playmo-bibel wird also www.klicky-bibel.de. dort finden sich bilder wie diese im biblischen kontext.





playmobil will aber auch dringendst verbieten, die figuren zu bearbeiten (gekreuzigter jesus) oder nackt zu zeigen (adam und eva). denn verständlicherweise hat man ja eine gewisse verantwortung als spielzeughersteller. und klar, in seinem keller, bitte, da kann er ja machen was er will, aber nicht öffentlich zur verfügung stellen! nun, so albern die einwände von playmobil klingen mögen, genauso dämlich sind die christlichen antworden darauf. ich lese in foren: " ist playmobil etwa des teufels?" oder: " das verhalten des konzerns ist anti-kirchlich!" . playmobil kann wiederum die "wenig christliche haltung und handlungsweise" des ordinierten pastors nicht verstehen.
mich wundert, was der ganze streit eigentlich überhaupt noch damit zu tun hat. hier steht doch offensichtlich recht und macht und kommerz vor allem christentum. wie in allem heutzutage. der glaube ist am ende.

PS: besser wird es auch nicht, wenn man sich als christ diskriminiert fühlt (siehe forenkommentare) um dann erst recht ein pseudo-rechtschaffenes verhalten an den tag zu legen. machen wir uns doch mal bewusst: es unterscheidet die einen nicht von den anderen. keine seite ist besser, auch wenn das gefühl es einen glauben machen will.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

ich geb mal meinen senf dazu: hört sich für auch an: auf welche weise transportiert man bestimmte normen und werte ins kinderzimmer? eine frage mit der sich gerne die erziehungswissenschaftler beschäftigen. aber leider nicht nur. wie man an diesem beispiel sehen kann. ausserdem hab' ich den eindruck, dass versucht wird, feuer mit feuer zu bekämpfen: "mir passt playmobile nicht, also stelle ich playmobilefiguren her, die ein anders normen- und wertesystem verkörpern." verbessert mich, wenn ich da falsch lieg'.

Claudia hat gesagt…

Ich verstehe nicht ganz worin der Kampf des Herrn Bomhard liegt?
Sind Playmobilfiguren nicht dafür gemacht mit ihnen zu spielen, und sie in bestimmten Szenen bestimmte Rollen spielen zu lassen?
Und davon Fotos zu machen und sie im Internet zu präsentieren kann doch höchstens den vom Konzern wünschenswerten Effekt haben, dass mehr Leute auf die Idee kommen mit den Figuren zu spielen.
Solange Herr Bomhard nicht auf die Idee kommt, die modifizierten Figuren selbst zu verkaufen, und dem Konzern damit wirtschaftlicher Schaden entsteht ist da doch rechtlich überhaupt nichts dabei.
Playmobil wird doch auf der Seite nicht verunglimpft.
Da könnte ja bei anderen Seiten auch ein Klamottenhersteller klagen, weil die Personen auf den veröffentlichten Fotos bekleidet sind.

Anonym hat gesagt…

Hallo, hier steht: Ich wäre aus aus dem Dienst ausgetreten, um mich nur dem Projekt zu widmen (welches auf Spendenbasis inzwischen funktioniert ). Bitte recherchieren Sie doch mal richtig, bevor Sie solche Unwahrheiten hier ausbreiten! Ich habe meinen Beamtenstatus verlassen, um als angestellter Seelsorger in einer bestimmten Gemeinde arbeiten zu können und nicht wegen des Projektes! Was ist das für ein grober Unfug.
Es ist auch unwahr, dass das Projekt auf Spendenbasis funktioniert. Ich habe mehrere Tausend Euro aus eigener Tasche in das Hobby gesteckt ohne Spenden! Tut mir leid, aber was oben geschrieben wurde ist grober Unsinn!

Claudia hat gesagt…

@ anonym:
Gehe ich richtig davon aus, dass Sie es sind, der die Klicky Bibel ins Leben gerufen hat?
Nach ihrem Einwand kann ich noch weniger verstehen, warum die Firma Playmobil ihnen Ärger machen will. Ein rein privates Projekt, dass im Internet präsentiert wird geht doch den Konzern überhaupt nichts an. Sie kaufen die Figuren und spielen damit. Vom Konzern ist es meiner Meinung nach eine Unverschämtheit deswegen mit Klagen und ähnlichem zu drohen.
Ich jedenfalls wünsche Ihnen weiterhin viel Spaß mit den Figuren.

Floh. hat gesagt…

@ anonym: danke für ihren hinweis, habe den entsprechenden absatz umgehend geändert. ich wollte niemanden ärgern, dieser blog ist schließlich auch nur ein privatvergnügen ;o) ich werde jedenfalls ihre auseinandersetzung mit playmobil weiter verfolgen und bin gespannt auf einen ausgang. viel glück!

@ starbuck: finde ich richtig deinen gedanken. kürzlich bin ich mit einer familie in kontakt gekommen, deren eines elternteil sich vom christentum abgewendet hat. trotzdem wird das 6-jährige stark zur frömmigkeit erzogen. es ist ja so, dass werte sich nach denen richten die sie weitergeben und ihrer weltanschauung....

@ claudia: toll der vergleich mit den klamotten! habe mich amüsiert *g*

Anonym hat gesagt…

@ claudia

vielleicht muss man sehr wirtschaftlich denken können, um so etwas zu verstehen. das ist die einzige erklärung, die mir einfällt.

@ floh

wollte eigentlich schon längst nochmal was dazu geschrieben haben. deshalb tue ich es jetzt: wenn ich es recht verstanden habe, sollte diese playmobilefiguren nicht verkauft werden. dennoch transportieren diese modifizierten figuren christliche werte. sicherlich kann man dieses projekt insofern kritisieren, da man dafür sehr bekannten figuren verwendet. die playmobilfiguren sind schließlich als solche erkennbar. Übringens: Wenn man bestimmte Playmobilefiguren im Geschäft kauft, kann man auch davon ausgehen, dass sie bestimmte Normen und Werte verkörpern. Mal folgendes Beispiel:

http://www.mytoys.de/catalog/show/KID/de-mt.to.br01.26.15/1722324

ein playmobilemänchen als Feuerwehr man. spontan assoziere ich: Bei der Feuerwehr arbeiten. das ist ein typischer beruf für männer. über spielzeug wird schließlich auch ein typisches rollenverhalten eingeübt. sieht man übrigens auch öfters auf der straße: kleine mädchen, die einen kinderwagen für sich her schieben. bin zwar schon fast mit meinem kommentar durch. nur noch eines: erziehung ist immer an bestimmte dogmen gebunden. sonst funktioniert erziehung einfach nicht. es schüttelt mich jedoch persönlich irgendwie, wenn man erziehung mit irgendeiner religion in verbindung bringt.

Claudia hat gesagt…

Kürzlich ist mir dieser Artikel und die Diskussion über die Klicky Bibel noch einmal ins Gedächtnis gerufen worden. Und plötzlich war alles klar: Ich stand vor einem Schaufenster eines Spielwarenladens und dort ausgestellt standen Playmobilfiguren eine Bibelszene nachstellend.
Nett oder?

Anonym hat gesagt…

Zitat Starbuck: >es schüttelt mich jedoch persönlich irgendwie, wenn man erziehung mit irgendeiner religion in verbindung bringt.<
Also, Erziehung ohne Religion, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen!
Einfaches Beispiel: >Liebe Deinen Nächsten< (wichtiger Grundsatz im Christentum) Wie sollte ich einem Kind Etwas moralisch vertretbares beibringen, ohne Libe zum Nächsten in Betracht zu ziehen?!
Das würd nicht funktionieren!